Leserbriefe

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Umfahrung

Umfahrung Munderfing Zum - Leserbrief von Josef Loidl, erschienen in der Tips vom 22.Juli:

Ich gebe Ihnen recht. Es treten plötzlich Unsitten auf in unserem Ort. Es wird agiert, so wie wir es nicht gewohnt sind. Sie schreiben von politischer Kultur und von Zusammenarbeit in der Gemeinde? Von hassverzerrten Gesichtern? Sie, die Herren von ÖVP und SPÖ haben es in kürzester Zeitgeschafft, einen ganzen Ort, indem das Leben noch angenehm und lebenswert war, in dem man bei den verschiedensten Veranstaltungen gesellig zusammengeplaudert hat, zu entzweien. Sie haben es geschafft, ruhige und friedliebende Gemeindebürger auf die Barrikaden zutreiben. Es leiden nicht nur Freundschaften, auch das Vereinsleben wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Und wozu? Für einen ruhigeren Ortskern? Die Funktionäre von der SPÖ kommen leider nicht in den Genuss der Umfahrung. Da kann man natürlich leicht pro Umfahrung sein. Auch die führenden ÖVP-Funktionäre wohnen nicht an der Umfahrung. Alle stehen treu zu ihrer Partei. Ohne wenn und aber. Wären sie persönlich betroffen, würden sie vermutlich auch bei den Pfeifenden gestanden haben. P.S.: Die vom Land und von unserem Steuergeld finanzierte Veranstaltung musste nicht von – wie in der Kronenzeitung behauptet – angemieteten Demonstranten gestört werden. Es waren alle freiwillig da. Nicht so die Befürworter. Die mussten mit Freibier, Würstchen und TShirt‘s zum Kommen ermutigt werden und fühlten sich durch die Demonstranten natürlich in ihrer Geselligkeit gestört und sind auf diese losgegangen. Diesen Ball können Sie nicht an andere abspielen.

von Karl Fröhlich
5222 Munderfing

Umfahrung

Jahrelang hieß es, Mattighofen braucht dringend eine Umfahrung. Die Zunahme des Durchzugsverkehrs ist für die Mattighofner Bevölkerung nicht mehr zu ertragen.
Mattighofen seinerseits hat nichts dazu beigetragen, den Stadtplatz vom Verkehrsstau zu entlasten, zum Beispiel:
Ladezonen für die Zusteller zu schaffen,
die Engstellen bei den Einfahrten in den Stadtplatz zu beseitigen, und so weiter.
Ewige Wartezeiten an den Bahnübergängen könnten durch Lichtschrankensteuerung der Bahnschranken umgangen werden.
Auch die Chance einer Unterführung des Bahnübergangswurde von den Mattighofner Stadträten verschlafen. Wenn der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Hiesl so um die Gesundheit und Lebensqualität der Mattighofner Bevölkerung besorgt ist, fragt man sich, warum dann mit dem Bau der Umfahrung in Munderfing begonnen wird, wo es keinen Stau gibt ?
Ist es, weil dort ein ÖVP Bürgermeister mit seinem schwarz-dominierten Gemeinderat sitzt, von denen keinerlei Widerstand zu erwarten ist und es in Wahrheit nur um die Interessen der Transportlobby geht ?
Ist es moralisch vertretbar, dafür tausende Quadratmeter fruchtbare Wiesen und Felder zu vernichten, Menschen einfach zu enteignen, eine Straße mitten durch ein angrenzendes Ortsgebiet zu bauen und die Menschen an dieser neuen Straße Lärm und Feinstaub auszusetzen ?
Zählt die Lebensqualität eben dieser Menschen nichts ?
Ich hoffe die Leute stehen auf und lassen sich nicht mehr gefallen, dass so über ihre Köpfe hinweg Entscheidungen getroffen werden, trotz des Versprechens von Landeshauptmann-Stellvertreter Hiesl, keine Straße gegen den Willen der Bevölkerung zu bauen.

von Gerlinde Steinberger
5231 Schalchen

Umfahrungen als Verkehrskonzepte der Zukunft?

Allgemein bekannt ist, dass Österreichs Fläche begrenzt ist. Dennoch werden pro Tag in etwa 20 Hektar verbaut. Wofür wir diese wertvollen Flächen heute verwenden sollten, damit sie auch morgen noch einen klaren Nutzen für uns haben, will daher wohl überlegt sein.

So werden seit geraumer Zeit rege Diskussionen über Verbau und Verlust von landwirtschaftlichen Flächen und Erholungsgebieten, über Lärmbelästigung und den Verlauf der Trasse geführt. Diskussionen, die wichtig sind und ihre Berechtigung haben.

Bedenklich ist jedoch, dass der Kern der Sache dabei völlig außer Acht gelassen wird: Eine Umfahrung macht nicht mehr, als eine lästig gewordene Ist-Situation, mit anderen Worten ein Symptom, zu bekämpfen.

Denn leider sind Umfahrungen sehr kurzfristig gedacht. Mag sein, dass sie ein paar Jahre lang zu einer Entspannung der Verkehrslage in Mattighofen und anderswo führen. Die nächsten Generationen werden davon jedoch nichts mehr merken.

In der Vergangenheit wurde uns schon vorgelebt, wie Umfahrungen nach wenigen Jahren ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllen konnten: Das Verkehrsaufkommen stieg stetig, auch auf der Umfahrungsstraße begann der Verkehr zu stocken, schließlich wurde eine Umfahrung der Umfahrung gebaut.

Die in unserer Gesellschaft verbreitete und allgemein gültige Denkweise, man müsse immer größere Straßen bauen, damit immer mehr Autos schnell und ohne Hindernisse darauf fahren können und möglichst schnell von Punkt A zu Punkt B gelangen, muss endlich hinterfragt werden.

Die Wahrheit ist, wir brauchen keine Umfahrung.

Was wir brauchen, ist eine Lösung, die darüber hinausgeht. Eine, die weiter greift als nur bis zum sprichwörtlichen Tellerrand. Eine, die sich an der Ursache orientiert und nicht nur am Symptom.

Oberstes Ziel zukunftsfähiger Verkehrskonzepte muss es sein, den Verkehr zu reduzieren. Sie können und dürfen den Individualverkehr nicht länger als heilige Kuh behandeln und bedienen. Stattdessen müssen Ausbau und Attraktivitätssteigerung Öffentlicher Verkehrsmittel ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Subventionierung von Güter- und Lebensmitteltransporten „kreuz und quer“ müssen der Förderung regionaler Produkte und Wertschöpfung weichen und so weiter und so fort.

Wir appellieren daher an alle EntscheidungsträgerInnen ihre Energie und Kreativität zu nutzen, Verkehrskonzepte zu entwickeln, die dem 21. Jahrhundert gerecht werden, anstatt der Illusion zu verfallen, eine Umfahrung würde langfristig Verkehrsprobleme lösen. Konzepte, auf welche auch die uns folgenden Generationen aufbauen können.

Brief von Angelika Schnellberger, Schalchen
an LR Hiesl

Es reicht !

Unser Land hat eine Fläche von ca. 84.000 Quadratkilometern,davon gelten nur 37 Prozent als besiedelbar und nutzbar für die Landwirtschaft.
Der Bodenatlas zeigt, dass täglich 22 Hektar Land, das sind 30 Fußballfelder,verbaut und mit Straßen undPlätzen zubetoniert werden.
Das ist für ein Alpenland wie Österreich,in dem zu bewirtschaftender Boden ein knappes Gut ist,eindeutig zu viel.
Die Aussage von Landesrat Hiesl in der Zeitung „Unser OBERösterreich“ Ausgabe 3/2014 lautete,
Ziel sei es, den Transitverkehr über das höchstrangige Straßennetz, nämlich über die „Autobahnen“abzuwickeln, um die Bevölkerung zu entlasten und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Warum ist das Innviertel zurzeit Großbaustelle des oberösterr.Straßenbaus?
Zum Beispiel die Verbreiterung und Begradigung der B142 zwischen Mauerkirchen und Moosbach, Ausbau der Landesstraße zwischen Maria Schmolln-Schalchen-Aspach-Mettmach-St.Johann, sowie die geplante Umfahrung Munderfing–Mattighofen beziehungsweise der Neubau der B 147 von Braunau nach Straßwalchen.

Jede Begradigung und Erweiterung der bestehenden, sowie jeder zusätzliche Kilometer neuer Straßen bringt mehr Verkehr und dadurch zusätzliche Lärmbelastung, Luftverschmutzung, Boden- und Wasserverschmutzung,Hochwassergefahr und Vernichtung wertvoller Acker- und Wiesenflächen.

Ich fordere alle Gemeinderäte und Bürgermeister (ob Schwarz, Rot oder Blau ...) des Bezirkes auf, gemeinsam bei der Wirtschaftskammer und bei Landrat Hiesl, gegen diesen Wahnsinn der Zersiedelung und Zerstückelung der Landschaft durch zu viele Straßen und eine auf uns zukommende Transitlawine, vorzugehen und Einhalt zu gebieten.

von Helmut Maislinger
5231 Schalchen

Umfahrung Mattighofen

Man will hier zuerst den Teilabschnitt Munderfing bauen, weil der Widerstand hier geringer ist als in Schalchen. Herr Voggenberger, Bürgermeister von Munderfing, mit seinem unterwürfigen Gemeinderat (ausgenommen MBI) opfert hier ein liebenswertes Tal und macht den Ortskern zu einer Verkehrsinsel. Herr Landeshauptmannstellvertreter Hiesl will im Juli den Spatenstich durchführen, obwohl er bis dahin sicher nicht alle Bewilligungen haben wird. Nach seiner Aussage sollte dies seine Krönung sein, bevor er im Herbst aus dem Amt scheidet um Aufsichtsradposten mit hoher Aufwandsentschädigung anzunehmen.
LH Dr. Pühringer gibt ihm das Geld zu diesem sinnlosen Straßenbau, den niemand braucht, besonders Munderfing nicht. Aufgrund der stark steigenden Arbeitslosigkeit in Oberösterreich wird das Geld wesentlich dringender für die längerfristige Arbeitsplatzsicherung gebraucht. Ein so unsinniges Straßenprojekt bringt nur kurzfristige Arbeitsplätze. Da dafür eine EU-weite Ausschreibung notwendig ist, werden solche Straßenbauten meistens von ausländischen Firmen errichtet (siehe Straßwalchen). Um den Straßenbau überhaupt durchführen zu können, werden dreizehn Grundbesitzer enteignet und wegen der Umweltverträglichkeitsprüfung EU-Recht umgangen. Vor den Grundeinlöseverhandlungen wurde von DI Rathgeb volle Transparenz zugesichert. Leider wird das jetzt verweigert. Inzwischen wurde zugegeben, dass eine Person für gleichwertigen Grund (landwirtschaftliche Nutzfläche – Grünland) den vierfachen Preis erhalten hat.
Es ist möglich, dass auch weitere Personen ähnlich bevorzugt wurden oder es Nebenabkommen gibt. Eine Offenlegung aller Verträge ist daher unumgänglich. Unserem LH Pühringer ist hier eklatante Steuerverschwendung vorzuwerfen. Vielleicht stellt LH Pühringer die Finanzierung dieser unsinnigen Straße sicher, da sein Stellvertreter Hiesl auch das Familienresort über hat und ihn daher für private Ratschläge braucht.

Franz Stockinger
5222 Munderfing 14

Wie eine Straße entsteht

Anm. zur Titelseite der Braunauer Warte am 11. Dezember 2014
Tatsächlich entstehen Straßen nicht mit Erdbewegungen sondern mit Planungsarbeit. Am Beispiel der Munderfinger „Umfahrung“ beschreibe ich wie eine Straße entsteht.
Zu Beginn stand die Korridoruntersuchung. Die Bevölkerung wurde über den Straßenverlauf informiert, wobei die Umfahrung für Mattighofen als erstes gebaut wird. Als nächstes wird die Verkehrssicherheit in Friedburg, Lengau optimiert. Und zuletzt werden die südlichen (Munderfing) und nördlichen (Uttendorf) Teilstücke ausgebaut. Seit Oktober 2014 ist bekannt, dass mit der Umfahrung Munderfing begonnen wird. Eine Straße entsteht nach dem Motto: „die Letzten werden die Ersten sein“. Denn die Staus, Unfälle und Verkehrsbehinderungen haben sich schlagartig vom Stadtplatz Mattighofen nach Munderfing verlagert und die Verkehrsentlastung für die Mattighofner ist somit zweitrangig. Neue leistungsfähige Straßen in nächster Umgebung werden dafür sorgen, dass das Verkehrschaos am Stadtplatz wieder an Bedeutung gewinnt (Bestandsausbau Moosbach-Mauerkirchen, Umfahrung St. Peter/H., Fertigstellung der Bayern-Autobahn A94, Salzachbrücke Tittmoning).



Für die Umfahrung Munderfing beginnt die Detailplanung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nachdem das Land OÖ keinen Grund für den Straßenbau besitzt werden mit den Grundbesitzern Einlöseverhandlungen geführt. Mit zehn Familien gibt es keine einvernehmliche Lösung. Die werden nun zu Weihnachten vom Familienreferenten Hr. Hiesl enteignet, abgesegnet von LH Hr. Pühringer. Diese „christliche“ Enteignung (ÖVP) in der besinnlichen Zeit bildet das Fundament für die Straße. Im Sommer 2015 beginnt der Chef per Handschaufel mit dem Straßenbau. Unmittelbar darauf folgen Baggerfotos, die den planmäßigen Verlauf dokumentieren. Am Ende schneidet der Nachfolger von Hr. Hiesl ein rotes Band durch und betritt als erster den schwarzen Asphaltboden, den man zehn Familien entwendet hat. Alle feiern den Erfolg und wünschen der Straße eine hohe Verkehrsdichte, damit sie ihren wirtschaftlichen Zweck erfüllt. Die Geschichte, wie eine Straße entsteht, endet hier nicht. Es werden weitere Umfahrungen folgen, und sie beginnt wieder von vorne.

von Familie Franz Stockinger (Brandhuber)
5222 Munderfing

Mehr Straßen im Bezirk – nein oder ja?

Ob wir für oder gegen den Bau der Umfahrung von Munderfing und der Durchfahrung von Schalchen sind, das ist eine Frage der Perspektive. Als Autofahrer wollen wir fahren und dafür beanspruchen wir Platz. Als Baulandesrat will man bauen und nicht die Felder so belassen wie sie sind. Als Fernfahrer will ich mit meinem LKW möglichst schnell und billig von Regensburg nach Palermo. Jeder Kilometer ohne Autobahn spart Geld.

Die Perspektive der potentiellen neuen Straßenanrainer ist eine ganz andere. Statt Ruhe im Garten oder einem stündlich vorbeifahrenden Zug gibt es dann Dauerlärm.

Und wer nimmt eigentlich die Perspektive unserer Urenkel und der Folgegenerationen ein? Die müssen nicht nur für die Erhaltung der von uns gebauten Strassen zahlen, vielleicht brauchen sie auch Fläche auf der Gras und Getreide wächst - und haben wenig Verständnis, dass ihre Vorfahren im 20. Und 21. Jahrhundert in Österreich täglich 20 ha verbauten. Niemand weiß, wie sich Klima und Hektarerträge ändern. Wer heute für morgen denkt, sichert das Agrarland.

Mag. Josef Kogler
5221 Lochen

Umfahrung Munderfing - Mattighofen wird von Bürgerinitiativen und Grundbesitzern verhindert

Landesrat Hiesl und Bürgermeister Schwarzenhofer verkünden es als die Krönung beziehungsweise als größten Tag ihrer politischen Laufbahn, ein so zerstörerisches Projekt errichten zu wollen. Beide haben nicht vor, kostengünstige und effektive Verkehrsmaßnahmen umzusetzen (Beispiel: Moderne Eisenbahnkreuzungen haben eine Rotphase der Ampel von weniger als einer Minute), sondern sinnlos zig Millionen an Steuergeldern zu verschwenden.

Dies ist sehr bedenklich, da allein durch den Bauabschnitt I (Umfahrung von Munderfing) 110.000 Quadratmeter hochwertiges Acker- und Grünland vernichtet würden. „Boden ist Leben“ und zwar in zweifacher Bedeutung: Boden ist etwas Lebendiges und wir alle leben vom Boden. Interessanter Vergleich: die Grundbesitzer erhalten pro Quadratmeter den Preis (Gasthaus) von zwei halben Litern Bier. Hier sieht man, welchen Stellenwert die Landwirtschaft für die Oberösterreichische Landesregierung hat.

Teilweise werden Grundeigentümer, die sich wehren, vom Land unter Druck gesetzt, mit kurzfristig angesetzten Terminen aufs Gemeindeamt zitiert und durch dauernde Telefonanrufe belästigt. Und dann behauptet Landesrat Hiesl auch noch, fast alle Grundeinlösen wären einvernehmlich abgeschlossen worden. Es ist auch falsch, wenn Landesrat Hiesl behauptet, dass alle Verfahren im Prinzip abgewickelt sind. Tatsache ist: Es gibt noch keinen Wasserrechtsbescheid und der Straßenrechtsbescheid wurde bereits durch Grundeigentümer und Anrainer beim Landesverwaltungsgericht beeinsprucht. Bürgerinitiativen, Grundeigentümer und Anrainer werden alle rechtlichen Schritte gegen die von Landesrat Hiesl „bestellten“ Bescheide unternehmen und diese unsinnige Straße verhindern, um unseren Lebensraum lebenswert zu erhalten.

Hans Stockinger
5222 Munderfing

Die Geburt der eierlegenden Wollmilchsau

40 Jahre an einer Umfahrung planen, bringt Landesplaner eine Menge Erkenntnisse und kostet viel Steuergeld. Allein die Lärmuntersuchungen haben die Hälfte der insgesamt 1 Million teuren Korridoruntersuchung verschlungen. Gehen wir zurück zum Start. 1974 plante man eine Schnellstraße S10 als Waldvariante. Nach 40 Jahren intensiver Straßenplanung will man keine Schnellstraße, sondern ortsnahe Umfahrungen. Ein Teil wurde bereits mit der Umfahrung in Straßwalchen realisiert und gut beschildert mit „AUTOSTRASSE B147 BRAUNAU – 40km“.

Schlussfolgerung: nach 40-jähriger Straßenplanung kam man zur Erkenntnis, dass man an Ortschaften sehr nahe und schnell vorbeifahren kann, praktisch eine ortsnahe Autobahn. Endlich ist die eierlegende Wollmilchsau für das Mattigtal geboren, die Geburtsstunde hat einen Wert von 50 Millionen Euro. Die Sau pflanzt sich nach Norden und Süden selbst fort und bietet der Transitlawine freien Lauf. Die vorausschauende Planung eines Straßenkorridors wurde für das gesamte Mattigtal verabsäumt. Die Verkehrsplaner antworten darauf: „Für die Fehler unserer Vorgänger können wir nichts.“ Fakt ist, wer sich nicht um die Ursache kümmert, begeht bereits den zweiten Fehler. Spätestens jetzt sollte man zur Erkenntnis kommen, dass die Wollmilchsau gegen das Gesetz der Wirtschaft verstößt und keine weiteren Millionen fressen darf.

Josef Seidl
5261 Helpfau-Uttendorf

Wunsch oder Falschmeldung

Betreff: Zu den Meldungen von Herrn Hiesl bezüglich Umfahrung-Mattighofen
Hierzu einige Aussagen von LR Hiesl zur geplanten Umfahrung Mattighofen seit dem Jahr 2002: „Ich baue keine Straße gegen den Willen der Bevölkerung. Baubeginn 2010, Fertigstellung 2012.“ Und nun: „Umfahrung ist nicht zu verhindern.“ (Anm. Braunauer Warte 30.10.2014).
Ist das sein Wunsch oder wieder eine bewusste Falschmeldung? Denn so viel sei klargestellt: Weder liegen in wichtigen Verfahren rechtkräftige Bescheide vor, noch ist das Land im Besitz der benötigten Grundstücke.
Diese Falschinformation hat wohl nur den Zweck, dass jeder Widerstand gegen diese geplante Transitstrecke im Keim erstickt werden soll. Stellen Sie sich einen Häuslbauer vor, der nicht alle Baugenehmigungen besitzt und in den Medien verkündet: „Mein Haus ist nicht zu verhindern!“ Jede Art von Ablehnung ist zwecklos. Der Häuslbauer überwältigt mit Arroganz und Macht (falls vorhanden) die Behörden und Nachbarn frei nach dem Motto – Frechheit siegt. Mit dem Unterschied, dass es sich beim Häuslbauer um seine eigenen 300.000 Euro und beim Straßenprojekt um 50 Euro Millionen Steuergeld handelt.
Wir wollen uns darauf verlassen können, dass Beamte die Wahrheit sagen und unser Steuergeld zweckmäßig und sparsam verwalten, denn darauf haben sie einen Eid abgelegt. Politik ist auch eine Sache des Vertrauens, darum werden unsere Politiker auch gewählt. Das Wahlergebnis ist ein Vertrauensvorschuss der Bürger und kein Lügenbonus! Und die nächste Wahl kommt bald …

Petra und Rudolf Gann,
5222 Munderfing

Umsteigen oder umfahren?

Eine Umfahrung erlöst die Anrainer im Ort. Verlagern wir doch den Lärm und die Abgase aufs freie Feld, wo niemand es hört und niemand es riecht.

Aber - in einem dicht besiedelten Raum wie dem Mattigtal bleiben zu viele Siedlungen übrig, die nicht umfahren werden können oder sogar durch die sogenannte Umfahrung erst zu neuen Hochfrequenzstraßenanrainern werden. Denn wenn auch im 21. Jahrhundert so wie in den sechziger und siebziger Jahren das allermeiste Geld in den Straßenbau gesteckt wird, verkümmern die Anreize zum Umsteigen auf die Schiene. Die hohe Schienenmaut zwingt sogar Betriebe mit Anschlussgleis wie die Firma Rieger in Neumarkt zur Nutzung der mautfreien Straßen. Straßenmaut kann man der Wirtschaft nicht zumuten, Schienenmaut schon.


Wahrscheinlich ist diese Schienenmaut mit ein Grund, dass es auf der Mattigtalbahn keinen ganztägigen Stundentakt gibt. Wer um ½ 11 einen Termin in Braunau hat, muß um ½ 9 in Mattighofen wegfahren. Der Triebwagen, der auch eine Stunde später fahren könnte, hängt als Leergarnitur hinten dran. Zu teuer - sagt man beim Land und bei den ÖBB. Dabei sind es nur die Treibstoffkosten, die man spart. Personal und Infrastruktur ist vorhanden.
Diese Infrastruktur sollen wir besser nutzen bevor wir ein neues Asphaltband durch die Felder legen.
Zuerst kommt das Umdenken, dann das Umsteigen und dann können wir vielleicht auf das Umfahren verzichten.
Das Umdenken hat schon begonnen: Die Gemeinde Munderfing beispielsweise bietet den Bürgern ganzjährig Schnuppertickets nach Braunau und Salzburg an. Auch den Bürgermeister von Munderfing trifft man in der Bahn, und sogar der Herr Landeshauptmann fuhr kürzlich mit der Mühlkreisbahn.

Mag. Josef Kogler
5221 Lochen